Korea
Kim Young-ha
Schwarze
Blume
der mitreißende historische Roman erscheint im Herbst
2010.
Ca. 450 Seiten, ca. 12,90 Euro.
I-gong ist ohne Eltern auf
der Straße aufgewachsen und möchte seinen
Lebensumständen auf dem großen Schiff entfliehen.
Während der hochdramatischen Überfahrt, auf der
koreanischer Auswanderer Anfang des 20sten Jahrhunderts für eine
lange Zeit auf engstem Raum zusammenleben müssen, kommt es zu
schweren Spannungen unter den nach Herkunft und Bildung so
unterschiedlichen Menschen, zu brutalen,aber auch zu bewegenden
Liebesszenen. Kim Young Ha erzählt von der erwachenden Liebe
zwischen I-gong und Yon-su,deren adlige Familie ebenso vor der
politischen Situation in Korea flieht wie I-gong. Alle
gesellschaftlichen Schichten finden sich unter den Migranten,doch die
traditionellen Hierarchien verschwinden schon in der Zeit der Reise
immer mehr.
Endlich auf Yucatan angekommen,erwartet sie die große
Desillusionierung, sie werden in den Henequen (Sisal)-Haziendas
ausgebeutet und körperlich misshandelt,es kommt zu
Aufständen, zu Konflikten zwischen dem Codex des alten Korea und
dem brutalen Kolonialsystem der Neuen Welt, hinzu kommt die
quälende Sehnsucht nach ihrem Heimatland.
Wird die Liebe zwischen I-gong und Yon-su daran zerbrechen
müssen?
Doch die meisten von ihnen lernen rasch,sich gleich den
unterdrückten Maya mit den Umständen zu arrangieren und
sich sogar dem katholischen Fanatismus der Hazienderos zu
unterwerfen, insgeheim pflegen sie aber ihre eigenen
mystisch-schamanischen Bräuche. Nach Ablauf ihrer Pflichtzeit
als Lohnsklaven beteiligen sich zahlreiche Koreaner an den
revolutionären Erhebungen gegen den mexikanischen Diktator Diaz
und,so zu politischem Handeln motiviert, gründen sie im
guatemaltekischen Urwald der Mayas,in Tikal,ein neues freies
Korea",das über ein Jahr Bestand hat.
Wie in Filmsequenzen gestaltet die herb-realistische
Erzählsprache Kim Young-has in den 77 Kapiteln von
Schwarze Blume" ein Ost und West übergreifendes
transkulturelles Panorama.
Ein spannenden Epos, das bei aller historischen Authentizität
für den heutigen Leser eine Vielzahl aktueller Bezüge
bereithält.
Kim Young-ha, geboren 1968, ist einer der bekanntesten und
provokantesten zeitgenössischen Autoren Koreas. Für seinen
ersten Roman Das Gottesspiel " erhielt er den Koreanischen
Literaturpreis für moderne Literatur. Schwarze Blume" gilt
als sein bisher wichtigstes Werk, ihm wurde für diesen Roman mit
dem Dong-in-Preis der bedeutendste Literaturpreis Koreas
verliehen.
Leseprobe, Cover, mehr
Infos folgen bald
An, Su-Kil
EINE
UNMÖGLICHE LIEBE
Erzählungen, 144 S., frz Br., aus dem Koreanischen,
übersetzt und Nachwort von Alissa Walser und An In Kil. 10,-,
ISBN 3-88769-323-X
Zarte Liebes- und andere Lebens-Geschichten aus 30 Jahren in
Korea. Die Liebe wird oft durch die Umstände nahezu unlebbar.
Doch die Erzählungen entfalten eine sanfte Intensität. Eine
fremde Welt? Beschrieben, überschrieben von den Erinnerungen an
eine ferne Zeit historisch anmutender Verhältnisse,
Umstände, Situationen im (immer noch) geteilten Korea: in einer
Sprache, die an der Konvention zweifelt und von den Konventionen
spricht, an denen ihre Figuren verzweifeln. Das unfallartige
Aufeinandertreffen von Raum und Zeit, Geschlechtern und Gesetzen,
Ideologien und Ideen, das uns in Deutschland, bis auf die Fremdheit
der Namen, so fremd nicht sein kann...
Aus dem Nachwort von Alissa Walser und An In-Kil
Korea, eines der letzten, politisch geteilten Länder der
Staatengemeinschaft, beruft sich auf eine über siebentausend
Jahre alte Tradition, die kulturell nur noch von Fachleuten den
Koreanern zugeschriebene Meilensteine - wie zum Beispiel eine
phonetisch begründete, einheitliche Schriftsprache oder die
Erfindung des Drucks von Metallstöcken, zweihundert Jahre vor
Gutenberg - aufstellte. Die von Teilung und Reanimierung kaiserlicher
Dynastien geprägte, diese engstens mit China verwobene und
dennoch homogene Nationalität, deren Türen trotz allem
offenstanden für unterschiedlichste religiöse
Einflüsse und Niederlassungen (Konfuzianismus, Buddhismus,
Christentum), wurde 1910 ein letztes Mal von Japan besetzt und erst
nach fünfunddreißig Jahren, am Ende des Zweiten
Weltkrieges, von japanischem Protektorat befreit. Seit dem
Dreijährigen Krieg von 1950 &endash;53, den wir in Europa
Koreakrieg nennen, ist Korea geteilt. Im Norden herrschte Kim Il-Sung
- der Vater des heute noch herrschenden Kim Jong-Il - und im
Süden, sein antikommunistisches Pendent, Park Chung-Hee, der
erst 1979 die Macht an eine gemäßigtere Regierung verlor.
Seit den 90er Jahren des 20.Jahrhunderts ist Südkorea das, was
wir eine Demokratie nennen.
Der in Korea berühmte und vielgelesene Dichter An Su-Kil, der mit diesem Band Erzählungen nun auch deutschen Lesern zugänglich gemacht wird, wurde am 3.November 1911 - also ein Jahr nach der Besetzung durch die Japaner - geboren, und starb am 18.April 1977, siehe oben: zwei Jahre bevor die vom Militär dominierte Regierungszeit des Park Chung-Hee zuende ging. Will heißen: die Literatur An Su-Kils ist von einer Atmosphäre wechselnder Diktaturen und äußerem wie innerem Exil geprägt.
Leseprobe:
Schau, ein Flugzeug, eine Maschine &endash; wie eine Libelle.«
Über dem abgelegenen Gipfel im klaren Feld des hellblauen
Himmels erschien ein Flugzeug mit leise dröhnenden Propellern.
Buni unterbrach sich bei der Maisernte und rief fröhlich wie ein
Kind, das zum ersten Mal ein Flugzeug sieht.
»Herrlich!«
Auch die Schwiegermutter blickte in dieselbe Richtung. Mittlerweile
flog das Flugzeug schon über den Weidenwald am Bächlein,
sein Libellenkörper wurde größer.
»Wie schnell es fliegt, vielleicht sitzt unser Soldat drin. Ach,
es blendet mich.«
Eine Hand an der Stirn, mit der anderen winkend, sah sie hoch zu dem
Flugzeug über ihren Köpfen, das im Sonnenschein blinkte.
»Mit dieser Maschine könnte man blitzschnell in Seoul
sein.«
Die Schwiegermutter, die sich immer schon nach Seoul zurück
gesehnt hatte, starrte der der Maschine hinterher. Buni aber sehnte
sich mehr danach, zusammen mit Yi im wolkenlosen, freien, hellen Blau
des Himmels davonzufliegen. Auch bei ihrem letzten Treffen, vor
einigen Tagen, nachts, hatte er sie wieder zur gemeinsamen Flucht
aufgefordert. Die Flugmaschine war vorüber, Himmel und Feld
wieder allein mit dem trockenen Geräusch der Maisernte, die im
Wind knisterte. (Der
Anfang der Erzählung Herbstaster)
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