Sabas
Martín
konkursbuch
Verlag Claudia Gehrke - PF 1621 - D-72070 Tuebingen Tel . 0049 (0)
7071-78779 und ++66551
*1954 in Santa Cruz de Tenerife, ist ein bekannter spanischsprachiger
Autor mit umfangreichem Werk (Prosa, Lyrik, Essays) und Journalist,
war u.a Intendant des "Teatro de Camara del Circulo de Bellas Artes
de Tenrife", ist Mitglied der Academia Canaria de la Lengua. Für
Nacaria (Edicions de baiule, 2003, 3. Auflage) erhielt er den Preis
"Premio de Novela Alfonso Garcia-Ramos". Texte von Sabas Martin
wurden bisher u.a. ins Französische, Englische, Italienische,
Kroatische und Bulgarische übersetzt. Dieser Roman ist die erste
Übersetzung eines seiner Werke ins Deutsche.
Neu 2009

Sabas Martín, Nacaria. Roman. Aus dem Spanischen von
Gerta Neuroth.
192 S., Covermotiv und Illustration von Andrés Delgado,
einige Fotografien von Gero Neuroth. Fadenheftung, gebunden, mit
Lesebändchen, Preis: Euro 12,90. ISBN 978-3-88769-379-4
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Sabas Martín erzählt in NACARIA eine typisch
kanarische Geschichte. Im Mittelpunkt steht die Koschenillelaus, die
wir als weiße Pünktchen auf den grünen stachligen
Blättern der Feigenkakteen kennen. Kaum vorzustellen, wie ein
kleiner Parasit kostbaren roten Farbstoff erzeugt und die Menschen
durcheinanderwirbelt. Es geht um große Emotionen, um Hoffnung
und Verzweiflung.
Der auf historischen Tatsachen basierende Roman ist zugleich eine
Parabel auf die Faszination von Illusionen, und das könnte
überall auf der welt spielen, und er ist ein sprachliches
Feuerwerk.
Das frische Grün/Orange der Opuntien-Kakteen, das blasse
Rosa der Tamarisken, das facettenreiche Grau der Felsklippen, das
leuchtende Karminrot, der dampfende Farbkessel
Sabas Martín erweckt mit seiner farbenfrohen Sprache und dem
geübten Blick eines erfahrenen Erzählers einen
Schlüssel- und Wendepunkt der Geschichte der canarischen
Inselwelt zum Leben. Er erzählt von den Strapazen das jungen
Plantagenbauers Quintero, der eine gewagte Idee zu verwirklichen
versucht: Die Zucht von Koschenilleläusen zur Herstellung von
Aquarellfarben.
Am Anfang als Träumer verlacht, lässt sich Quintero nicht
unterkriegen, er trotzt selbst einer großen Gelbfieberepidemie
und so scheint sein Plan schließlich aufzugehen, die
Farbherstellung entwickelt sich zum wirtschaftlichen Standbein einer
ganzen Insel.
Doch der Wind des Schicksals weht launisch über der Isla
Nacaria. Mit der Erfindung erster synthetischer Farbstoffe beginnt
der Niedergang der blühenden Wirtschaftslandschaft. Als er
schließlich seine Fabrik schließen muss, zerbricht dieser
Verlust den sonst so lebensfrohen Quintero
Bewegt und direkt, aber ohne jedes überflüssiges Pathos,
schildert der spanische Erfolgsautor die Geschichte eines
aufstrebenden jungen Mannes, der sich - aufs Engste verwoben mit dem
Schicksal seiner Heimatinsel - einem Phänomen ergeben muss, das
Insel, Menschen und Träume gleichermaßen in seinen Bann
zieht: Das Auf und Ab der Gezeiten. Ebbe und Flut. Erfolg und
Scheitern. Ganz unabhängig von der Geschichte der Inseln kann
das Buch als poetische Parabel auf zeitgemäße
Wirtschaftskrisen gelesen werden: es geht um den Aufbau einer
Illusion und darum, was das Zerbrechen dieser Illusionen
auslöst.
Spannend und düster. Die fiktive Geschichte auf der fiktiven
canarischen Insel Nacaria beruht auf den Erinnerungen des
Großvaters des Autors.
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