Sabas Martín

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*1954 in Santa Cruz de Tenerife, ist ein bekannter spanischsprachiger Autor mit umfangreichem Werk (Prosa, Lyrik, Essays) und Journalist, war u.a Intendant des "Teatro de Camara del Circulo de Bellas Artes de Tenrife", ist Mitglied der Academia Canaria de la Lengua. Für Nacaria (Edicions de baiule, 2003, 3. Auflage) erhielt er den Preis "Premio de Novela Alfonso Garcia-Ramos". Texte von Sabas Martin wurden bisher u.a. ins Französische, Englische, Italienische, Kroatische und Bulgarische übersetzt. Dieser Roman ist die erste Übersetzung eines seiner Werke ins Deutsche.

Neu 2009


Sabas Martín, Nacaria. Roman. Aus dem Spanischen von Gerta Neuroth.
192 S., Covermotiv und Illustration von Andrés Delgado, einige Fotografien von Gero Neuroth. Fadenheftung, gebunden, mit Lesebändchen, Preis: Euro 12,90. ISBN 978-3-88769-379-4

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Sabas Martín erzählt in NACARIA eine typisch kanarische Geschichte. Im Mittelpunkt steht die Koschenillelaus, die wir als weiße Pünktchen auf den grünen stachligen Blättern der Feigenkakteen kennen. Kaum vorzustellen, wie ein kleiner Parasit kostbaren roten Farbstoff erzeugt und die Menschen durcheinanderwirbelt. Es geht um große Emotionen, um Hoffnung und Verzweiflung.
Der auf historischen Tatsachen basierende Roman ist zugleich eine Parabel auf die Faszination von Illusionen, und das könnte überall auf der welt spielen, und er ist ein sprachliches Feuerwerk.

Das frische Grün/Orange der Opuntien-Kakteen, das blasse Rosa der Tamarisken, das facettenreiche Grau der Felsklippen, das leuchtende Karminrot, der dampfende Farbkessel …
Sabas Martín erweckt mit seiner farbenfrohen Sprache und dem geübten Blick eines erfahrenen Erzählers einen Schlüssel- und Wendepunkt der Geschichte der canarischen Inselwelt zum Leben. Er erzählt von den Strapazen das jungen Plantagenbauers Quintero, der eine gewagte Idee zu verwirklichen versucht: Die Zucht von Koschenilleläusen zur Herstellung von Aquarellfarben.

Am Anfang als Träumer verlacht, lässt sich Quintero nicht unterkriegen, er trotzt selbst einer großen Gelbfieberepidemie und so scheint sein Plan schließlich aufzugehen, die Farbherstellung entwickelt sich zum wirtschaftlichen Standbein einer ganzen Insel.

Doch der Wind des Schicksals weht launisch über der Isla Nacaria. Mit der Erfindung erster synthetischer Farbstoffe beginnt der Niedergang der blühenden Wirtschaftslandschaft. Als er schließlich seine Fabrik schließen muss, zerbricht dieser Verlust den sonst so lebensfrohen Quintero …

Bewegt und direkt, aber ohne jedes überflüssiges Pathos, schildert der spanische Erfolgsautor die Geschichte eines aufstrebenden jungen Mannes, der sich - aufs Engste verwoben mit dem Schicksal seiner Heimatinsel - einem Phänomen ergeben muss, das Insel, Menschen und Träume gleichermaßen in seinen Bann zieht: Das Auf und Ab der Gezeiten. Ebbe und Flut. Erfolg und Scheitern. Ganz unabhängig von der Geschichte der Inseln kann das Buch als poetische Parabel auf zeitgemäße Wirtschaftskrisen gelesen werden: es geht um den Aufbau einer Illusion und darum, was das Zerbrechen dieser Illusionen auslöst.

Spannend und düster. Die fiktive Geschichte auf der fiktiven canarischen Insel Nacaria beruht auf den Erinnerungen des Großvaters des Autors.

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