„Chaosgirl“
trifft hormonelles auf emotionales Chaos
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Kann es etwas Schlimmeres geben, als vollkommen von einer Frau und der Sehnsucht nach ihr besessen zu sein, während diese mit einer anderen zusammenlebt und sich rar macht? In Karin Ricks Roman „Chaosgirl‘ leidet die Angestellte Irene unter totalem Kontrollverlust. Schuld daran ist Anita, die als neue Kollegin in den grauen Alltag von Irene platzt und nach anfänglichen Ablehnungen zu deren sexueller Obsession wird. Niemand kann heimliche, heftige Sexszenen zwischen Frauen so schön beschreiben wie die Wiener Autorin Karin Rick. So treffen sich die dauergeile Irene und die chaotische Anita, die neben einer Freundin auch noch ihre zwei kleinen Kinder zu bespaßen hat, auf Toiletten, im Auto oder im Park. Sie haben überall Sex mit dem Mut der Verzweiflung: heftig, schnell und intensiv, aber letztlich unbefriedigend. Der ganze Wahnsinn von Sex, Begehren und Eifersucht, von verlogenen Zweierbeziehungen und verlogenen Affären findet sich in der atemlos und rasant erzählten Geschichte, die ab und zu ein bisschen mehr Tiefgang vertragen könnte. So bleibt es bei wirklich amüsanten Sexszenen, die in ihrer sagenhaft unverklemmten Sprache unter die Haut gehen.
Irene triff es wie der Blitz, als
sie die chaotische junge Mutter Anita das erste Mal sieht. Liebe auf den ersten
Blick? Ist es eine Liebe, die Irene zulassen darf? Sie ringt damit, sich einem
Menschen zu öffnen. Doch bei Anita kann sie einfach nicht anders und wird
so in einen Strudel aus Emotionen und Lügen hinabgesogen. Scheinbar
unüberwindliche Hürden stellen sich den Liebenden in den Weg. Rick
gelingt es. Den Leser sprachlich zu fesseln und ihn das Gefühlschaos
hautnah miterleben zu lassen.