
Sonja Ruf, geboren 1967, wuchs in einem Dorf im Nordschwarzwald auf,
Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin, danach Studium der
Geschichte in Frankfurt a.M. Mehrere Förderstipendien, Teilnahme
am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Freie Schriftstellerin und
Dramaturgin in Frankfurt. Tanztheaterstücke
(zus.m.d.Choreographen Mohsen Hosseini). Ihr erster Roman, Evas
ungewaschene Kinder, erschien 1996 bei Nagel und Kimche, Taschenbuch
dtv 2000
Neu im Februar 2010

Sonja Ruf, Erste Lieben
Eine Roman, eine Erzählung, geb. mit Lesebändchen,
12,-, ISBN 978-3-88769-389-3
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Offene Zeit:
Die erste Liebe. Es gibt viele Bilder dafür: Schmetterlinge im
Bauch, weiche Knie. Wen sie trifft, der kann sich unmöglich auf
etwas anderes konzentrieren. Man ist glücklich wie noch nie und
zugleich zutiefst unglücklich: Kann man dem oder der Geliebten
überhaupt genügen? Oft trifft die erste Liebe einen
Menschen in der Zeit der Pubertät, wenn sowieso alles
durcheinandergerüttelt wird.
Tina, die Heldin in Sonja Rufs neuem Buch erfährt die erste
Liebe wie ein Naturereignis. Sie kann sich nicht dagegen wehren,
setzt sich über alle moralischen Schranken hinweg und wirbt um
ihren Pflegebruder Sebastian. Doch der will sie zunächst nicht,
verliebt sich in Rosi - Verwicklungen, Widerstände ...
Wie schon in den früheren Büchern von Sonja Ruf versucht
sie auch hier, auf eine nicht-gekünstelte Weise von einer
begehrenden Frau zu erzählen. Es ist eine großzügige,
bewegliche Sprache: Die Sätze klingen und schwingen, und es
macht keine Mühe, der Geschichte zu folgen. Auf
Überraschungen, überraschende Wendungen, Bilder, die man
noch nie irgendwo anders so gelesen hat, muss man sich bei Sonja Ruf
immer gefasst machen.
Zwei Herausforderungen gibt es im Leben, sagt der chinesische
Künstler Francois Cheng: Die Schönheit und das Böse.
Beiden Herausforderungen müssen wir uns im Leben stellen.
Für Tina, die sechzehnjährige Heldin ist die Schönheit
von Sebastian eine solche Herausforderung ...
Frauen im Muschelkalk:
In einem nicht näher bezeichneten Ort in den Huybergen - also in
der Nähe von Halberstadt -, ist die Zeit stehengeblieben. Die
vielen Menschen, die hier zu DDR-Zeiten Arbeit fanden, in der LPG, in
einem Krankenhaus, sind weggezogen. Riesige Häuser, ein Schloss,
ein landwirtschaftlicher Betrieb, stehen leer. In diese Umgebung wird
eine arbeitslose Köchin hineingeworfen. Sie muss mit der
Einsamkeit umgehen lernen und beginnt, auf die kleinsten
Geräusche zu achten. Wunderbare poetische Bilder, etwas des
Regens oder eines Spinnennetzes, entstehen. Die kleinen Dinge sind
plötzlich sehr wichtig. Doch dann kommt ein Mann zu Besuch
Leseprobe
als PDF
Zwischen Koch und Kellner. Erzählungen, 160 Seiten,
gebunden mit Fadenhaftung und Schutzumschlag, 12.- Euro, ISBN
3-88769-351-5
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In der erotischen Welt Sonja Rufs geht es bunt und poetisch zu,
die Grenzen werden eingerissen. Nichts gilt mehr: keine Monogamie,
keine Fixierung auf ein Geschlecht. Das Liebesverlangen krempelt die
Leben und Verhältnisse um, das Begehren steht jenseits jeder
Moral. In der asphaltierten Welt einer Großstadt, so ist Sonja
Ruf überzeugt, muss man den anderen Menschen an ihre Haut
kommen, um Mensch zu bleiben, um fühlen zu können. Manche
Erzählungen schneiden wie ein Messer ins Fleisch, manche sind
weich und zart.
In ihrem Wunsch nach Liebe geraten die Protagonisten der spannenden
Erzählungen in außergewöhnliche, manchmal skurrile
Situationen. In Fallen, in die Hilflosigkeit, in die Ekstase und
Verklärung.
Ein Mann erzählt der Protagonistin, wie er nach Deutschland kam,
wie er die Frauen hier erlebte und wie er doch die eine nicht
vergessen kann, die übersetzt Tropfen heißt.
Manche der Erzählungen sind kleine Romane, andere beleuchten
Momente.
Ein Alibi für den Seitensprung eines Familienvaters entpuppt
sich als Falle.
Sex in der Mensa. In der Küche, um den grabschenden Koch zu
blamieren.
Eine Frau ist unterwegs mit einer Frau und einem Mann. Sie hat Lust
auf die Frau. Doch sie glaubt, sie über den Hof zu dem Mann
gehen zu sehen ... und dann verwandelt sich ihre nächtliche
Eifersuchtsphantasie in eine zauberhafte erotische Welt.
Tropfen", Der Liebesbeweis", Ineinander", Von
der Entschlossenheit", Aber schon bald", Das rostrote
Leben" und viele andere Erzählungen.
Leseprobe
als pdf
Sonja
Ruf, Die Frau im Fels, ISBN 3-88769-199-7, geb, ca 150 S.,
12,90
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Inge,in einem Urlaub gequält von Schlaflosigkeit und
unheimlichen Träumen, trifft dort mit der Touristenführerin
Justine zusammen, die ihrer früheren Geliebten Johanna gleicht.
Bilder und Gefühle aus dieser Zeit tauchen auf, Zorn, Liebe,
Schuld. Die Erinnerung an die viele Jahre zurückliegende
sado-masochistische Beziehung wird wach ... Inge steigert sich in den
Gedanken hinein, in die fast noch jugend-liche Touristenführerin
verliebt zu sein.
Warum möchte sich jemand von einer geliebten Person fesseln,
sich schlagen lassen? Wieso macht Inge mit, wieso lässt sie sich
von Johanna dazu bringen, in einem Fetischladen Materialien für
sadomasochistische Aktionen einzukaufen. "Über die Technik
konnte sie mit den Verkäufern reden. Auf die Gefühle
bereitete Inge nichts vor." "In dieser Welt musst du immer handeln,
dich immer platzieren. Tust du es nicht, wirst du auch nicht geliebt.
So wie als kleines Kind, so selbstverständlich einfach fürs
Dasein wirst du später nie wieder geliebt..." sagt Johanne
einmal. Nach den ersten Aktionen versucht sie Inge zu vermitteln, was
sie will. "Das mit dem Eis war auch zuviel. Die Kälte hat
mich herausgerissen... Ich wäre gerne noch länger in diesem
Zustand geblieben. Und dann war es plötzlich nicht mehr so
schön. Aber davor war es sehr schön. Und es sollte nie
enden..." "Dieses Umfasstsein von Liebe, das Johanne vermisst, -
empfindet sie so, wenn ich sie gefesselt habe und schlage? Ist sie
passiv, damit sie bedingungslos, damit sie voraussetzungslos geliebt
werden kann?", fragt sich Inge. "Die Anwesenheit des
Rätsels zu fühlen, aber es geheimzuhalten, darauf kam es
einem heranwachsenden Mädchen an. Wurde die Frage laut
ausgesprochen, dann wurde das Ungewöhnliche wieder
alltäglich, dann zerfiel alles vor Gewöhnlichkeit."
Es geht in diesem spannenden dichten Text nicht um
sadomasochistische Techniken, so eindringlich diese auch beschrieben
werden. Es geht um Intensität, um die verzweifelte Suche nach
Liebe, die uns umtreibt, um extreme Gefühle, die vielleicht in
der Pubertät und dann später in den Wechseljahren am
deutlichsten zutagetreten...
Sprungturm.
Roman, geb., Eur 12,90 , ISBN 3-88769-161-X
Eine junge Frau zieht aus
ihrem Dorf in ein Frankfurter Hochhaus. Ihre verzaubernde
Ausstrahlung bringt die Handlung in Bewegung. Hilke - die Tochter des
trunksüchtigen Hausmeisters, die dessen Aufgaben auf ihre sehr
eigene Art übernommen hat - verliebt sich in Monika, Monika
läßt sich mitreißen, und verstrickt sich dazu in
erotische Begegnungen mit anderen Hausbewohnern, mit Vinicio und
Korkut... Sie läßt sich vom immer brodelnden Haus in eine
sinnliche Schläfrigkeit treiben, versäumt ihr Studium und
erlebt anarchistische Abenteuer...
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Pressestimme;
Zwei Frauen. Aber es gibt auch einen Mann. Ist es eine
Liebesgeschichte, sind es viele Liebesgeschichten? Eher sind es
vielgestaltige Erfahrungen und Begegnungen der sinnlichen Art. Monika
wohnt in einem Studentenheim und hat einige Affairen. Aber davon
scheint sie unberührt. Gerne hängt sie ihren Träumen
und Fantasien nach, und ebenso gern folgt man ihnen, weil sie so
leicht und schön hingetupft sind." (DIE ZEIT,
29.11.2001)
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